Karten graden lassen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
So lässt du eine Pokémon-, Magic-, One-Piece- oder Sportkarte graden: wann es sich lohnt, Zustand prüfen, Anbieter wählen, Karten vorbereiten und versenden.
Aktualisiert am 20. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit
Eine Karte graden zu lassen heißt, sie an ein spezialisiertes Unternehmen zu schicken, das ihre Echtheit prüft, ihr eine Zustandsnote gibt (meist von 1 bis 10) und sie in einer durchsichtigen, festen Hülle versiegelt, dem „Slab“. Eine gegradete Karte lässt sich leichter verkaufen, und eine hohe Note kann ihren Preis vervielfachen.
Lohnt es sich?
Grading kostet: die Gebühr des Anbieters, versicherter und nachverfolgbarer Versand in beide Richtungen und manchmal wochenlanges Warten. Es lohnt sich, wenn die Karte gegradet deutlich mehr wert ist als diese Gesamtkosten.
- Ja für eine seltene oder gefragte Karte in sehr gutem Zustand, die du verkaufen oder lange behalten willst.
- Ja, um eine teure Karte vor einem Verkauf authentifizieren zu lassen.
- Nein für eine häufige Karte mit geringem Wert: Das Grading würde mehr kosten als die Karte.
Prüfe vor dem Einsenden, wofür dieselbe Karte gegradet verkauft wird (8, 9, 10): Die Note, die du erwarten kannst, entscheidet, ob sich das Grading auszahlt.
Schritt 1: Zustand der Karte prüfen
Jeder Anbieter bewertet dieselben vier Punkte:
- Zentrierung: Die Ränder sollten auf beiden Seiten gleich breit sein, vorne wie hinten.
- Ecken: scharf, nicht abgerundet oder geknickt.
- Kanten: kein Weißabrieb und keine Absplitterungen, vor allem auf der Rückseite.
- Oberfläche: keine Kratzer, Abdrücke, Drucklinien oder Knicke.
Sieh dir die Karte unter hellem Licht aus mehreren Winkeln an, mit einer Lupe, wenn du eine hast. Ein einziger sichtbarer Kratzer reicht oft, um eine 10 auszuschließen.
Schritt 2: Anbieter und Servicestufe wählen
Jeder Anbieter hat seine Stärken: Aufpreis beim Wiederverkauf, ausführliche Subgrades, günstige Sammelaufträge, kurze Bearbeitungszeit. Unsere Seite Grading vergleicht PSA, Beckett, CGC, SGC, TAG, PCA und CCC mit Einstiegspreisen und Bearbeitungszeiten, und unser Ratgeber Welcher Grading-Anbieter? hilft dir bei der Entscheidung.
Die Servicestufe hängt vor allem von zwei Dingen ab: dem angegebenen Wert der Karte und der Bearbeitungszeit, die du akzeptierst. Je mehr die Karte wert ist, desto höher die Stufe, weil die Versicherung des Anbieters steigt.
Schritt 3: Wert angeben
Der angegebene Wert ist das, was die Karte gegradet wert wäre, nicht das, was du bezahlt hast. Er bestimmt die Servicestufe und die Versicherungssumme. Ein zu niedriger Wert kann nach dem Grading einen Aufpreis bedeuten und lässt die Karte bei Verlust unterversichert.
Schritt 4: Karten vorbereiten
- Steck jede Karte in eine saubere Penny-Sleeve.
- Dann in einen halbsteifen Kartenhalter (Typ Card Saver) oder einen festen Toploader, je nach Vorgabe des Anbieters: PSA verlangt zum Beispiel halbsteife Halter. Prüfe immer die Anleitung des gewählten Anbieters.
- Nie Klebeband auf die Karte oder über die Öffnung des Halters kleben.
- Halte die Karten in der Reihenfolge deines Online-Einsendeformulars.
Schritt 5: Verpacken und versenden
- Leg die Karten zwischen zwei Pappen in einen stabilen Karton, so verpackt, dass nichts verrutschen kann.
- Versende nachverfolgbar und versichert in Höhe des angegebenen Werts.
- Aus Europa nutzt du am besten einen europäischen Standort: PSA in Frankfurt, Beckett in Deutschland und CGC in München ersparen Zoll und lange Versandwege in die USA. PCA und CCC sitzen in Frankreich. Du kannst auch über einen autorisierten Händler oder einen Sammeleinsender gehen, der Karten für mehrere Sammler verschickt.
Schritt 6: Verfolgen und empfangen
Du kannst deinen Auftrag online verfolgen. Wenn er zurückkommt, prüfe Hülle und Label: Jede gegradete Karte hat eine Zertifikatsnummer, die jeder auf der Seite des Anbieters nachschlagen kann. Das schützt beim Verkauf auch den Käufer.
Fehler, die du vermeiden solltest
- Eine Karte einsenden, ohne sie genau unter Licht angesehen zu haben.
- Einen niedrigen Wert angeben, um weniger zu zahlen.
- Die Karten für den Versand schlecht verpacken.
- Rückversand und Zoll in der Rechnung vergessen.
- Einen Anbieter nur nach dem Preis wählen, ohne auf den Wiederverkauf zu achten.